Montag, 3. Januar 2011

Keßler freut sich über ein schönes Debüt

27.02.2010 14:43 Frauen-Nationalmannschaft

Debüt beim Algarve Cup: Potsdams Nadine Keßler (r.)
Debüt beim Algarve Cup: Potsdams Nadine Keßler (r.)

Irgendwann war es dann absehbar. So lange unterhielt sich Ulrike Ballweg mit Nadine Keßler in der Pause. Intensiv bereitete die DFB-Trainerin die 21-Jährige auf ihren Einsatz gegen Finnland beim Algarve Cup vor. Auf ihr Debüt in der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Mit Beginn der zweiten Halbzeit kam die Mittelfeldspielerin des 1. FFC Turbine Potsdam in die Partie. Und feierte beim 7:0-Sieg eine erfolgreiche Premiere – nicht nur weil sie einen Treffer dazu beisteuerte.

Damit rechnen konnte Nadine Keßler nicht. Zumindest vor einer Woche hatte sie noch keinen einzigen Gedanken daran verschwendet. Da stand nämlich noch nicht einmal fest, dass sie überhaupt mit der DFB-Auswahl an die Südküste Portugals reist. Erst die kurzfristige Absage von Linda Bresonik bescherte ihr die Einladung in die Nationalmannschaft. Entsprechend ordnet sie ihr Debüt ein. „Es war schon eine Überraschung, dass ich überhaupt dabei bin. Insofern freue ich mich natürlich über mein erstes Länderspiel“, sagt sie.

Alle Jugend-Nationalmannschaften durchlaufen

Zwar durchlief die 21-Jährige alle Jugend-Nationalmannschaften des DFB, dennoch hat sie in der Frauen-Nationalmannschaft eine neue Karrierestufe erklommen. „Das ist eine Bestätigung für meinen Wechsel im Sommer vom 1. FC Saarbrücken zum 1. FFC Turbine Potsdam. Ich denke, da habe ich alles richtig gemacht“, erklärt Nadine Keßler. Aber ihr ist auch klar, dass da noch etwas weiter nach oben geht. „Ich freue mich, hier zu sein, und hoffe auf weitere Chancen“, so die Mittelfeldspielerin.

Dabei ist sie fern davon, Ansprüche zu stellen. Sie weiß sich einzuordnen. Wasser zum Trainingsplatz schleppen. Nach der Einheit das Tor wegtragen. „Das ist halt der Job der Jungen. Das gehört dazu“, sagt sie lachend. Es ist kein Ding, weil der Umgang innerhalb der Mannschaft sehr kollegial ist. „Ich kann mich einfach nur bei der Mannschaft bedanken, alle sind sehr nett. Alle helfen, sind sehr zuvorkommend und hilfsbereit, das kann ich absolut über jeden sagen“, schwärmt sie.

Trainingsfleißig: Keßler  © Bongarts/GettyImages
Trainingsfleißig: Keßler

"Muss mich im Training empfehlen"

Was natürlich auch die sportliche Integration wesentlich vereinfacht. Aber am Leistungsprinzip ändert das nichts. „Ich weiß natürlich nicht, ob ich im Verlauf des Turniers noch mal zum Einsatz komme. Das wäre schön, aber dafür muss ich mich im Training auch anbieten“, erklärt sie nüchtern. Was aber auch nur die eine Seite ist. Lehrreich kann die Zeit in bei der Nationalmannschaft auch sein. Ganz Ohr war sie, als sie Ulrike Ballweg auf ihr Debüt einstimmt. „Sie hat mir taktische Anweisungen gegeben und einiges zu den Standards erzählt. Sie sagte, ich solle präsent sein, den tödlichen Pass spielen, dass ich einfach mein Spiel machen soll“, verrät Nadine Keßler.

Und das hat auch ganz gut geklappt. Krönen konnte sie ihre Leistung mit dem Treffer zum 6:0 in der 76. Minute. Ein Abstaubertor, bei dem sie einfach goldrichtig stand. Allerspätestens zu diesem Zeitpunkt war die ganze Aufregung verflogen, die sich in ihr vor ihrer Einwechselung breit machte. „Ja, klar, war ich nervös“, räumt sie ein, „ich denke, beim ersten Einsatz in der Nationalmannschaft ist das jeder.“ Wobei sie ihr Gefühl nicht nur auf eine Anspannung reduziert wissen wollte. „Ich glaube, ich war froh und nervös gleichzeitig“, berichtet Nadine Keßler. Und als sie dann im Spiel war, „war es einfach nur schön“. „Ich bin froh, wie alles gelaufen ist“, sagt sie.

Experimente gelungen: 7:0-Kantersieg gegen Finnland

26.02.2010 19:50 Frauen-Nationalmannschaft

Treffsicheres Duo: Inka Grings (l.) und Alexandra Popp  © Bongarts/GettyImages
Treffsicheres Duo: Inka Grings (l.) und Alexandra Popp

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat auch ihr zweites Gruppenspiel beim diesjährigen Algarve Cup gewonnen. Nach dem 4:0 zum Auftakt gegen Dänemark setzte sich die Mannschaft von DFB-Trainerin Silvia Neid auch gegen Finnland 7:0 (1:0) durch. Die Highlights der Partie werden im Laufe des Abends auf DFB-TV abrufbar sein.

"Wir haben uns in der ersten Halbzeit sehr viele Chancen erarbeitet, waren in der Verwertung aber etwas schlampig. Insgesamt sind wir aber natürlich sehr zufrieden. Wir haben sieben Tore erzielt und wieder zu null gespielt", sagte Neid und Dreifach-Torschützin Inka Grings ergänzte: "Das Ergebnis geht auch von der Höhe her in Ordnung, sieben Tore muss man erstmal schießen. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, aber man sollte das Ergebnis auch nicht überbewerten".

Neid veränderte die Aufstellung im Vergleich zum Dänemark-Spiel auf zwei Positionen. Für die verletzte Kim Kulig und Fatmire Bajramaj rückten Bianca Schmidt und Grings in die Mannschaft. Schmidt übernahm die rechte Abwehrseite von Kerstin Garefrekes, die ihrerseits wieder ins rechte Mittelfeld rückte. Grings spielte als hängende Spitze hinter der einzigen nominellen Angreiferin Anja Mittag. Birgit Prinz kam auf der Sechser-Position im Mittelfeld zum Einsatz, Babett Peter im Verlauf der Partie auf der ungewohnten Innenverteidiger-Position.

Von Beginn an dominant

Trotz aller taktischen Varianten übernahm die deutsche Elf von Beginn an das Kommando und erarbeitete sich schon früh klare Torchancen. Grings umspielte Finnlands Keeperin Korpela in der Anfangsphase gleich zweimal, beim ersten Mal scheiterte sie aus spitzem Winkel am Pfosten (8.), beim zweiten Mal rettete Syrjälä auf der Linie (10.). Auch Mittag scheiterte freistehend (13.).

Algarve Cup 2010: Deutschland vs. Finnland

In der 34. Minute platzte dann der Knoten. Einen Angriff über links schloss Inka Grings nach Vorlage von Kerstin Garefrekes zum 1:0 ab. Und auch danach gab es keine Pause für die finnische Abwehr: In der 39. Minute verzog Melanie Behringer aus 25 Metern nur knapp und auch Mittag bot sich noch eine hundertprozentige Gelegenheit, die Potsdamer Angreiferin verfehlte das Tor aus kurzer Distanz knapp (45.).

Vier Tore in neun Minuten

Auch nach der Pause ging es Richtung finnisches Tor weiter. Neu ins Spiel war neben Sonja Fuss auch Debütantin Nadine Keßler gekommen. Mittag scheiterte in der 48. und 50. Minute noch an Korpela, dann aber fielen die Tore fast im Minutentakt.

Zunächst feierte die gerade eingewechselte Alexandra Popp in der 61. Minute ihr Premierentor in der Nationalmannschaft, dann legten Grings (65.) und Popp (66.) per Doppelschlag nach. Grings erhöhte in der 70. Minute gar auf 5:0.

Alles unter Kontrolle: Lena Goeßling (l.)  © Bongarts/GettyImages
Alles unter Kontrolle: Lena Goeßling (l.)

Ein Punkt fehlt zum Finale

In der Schlussphase durften sich dann auch Nadine Keßler und Martina Müller in die Torschützenliste eintragen: Debütantin Keßler staubte zu ihrem ersten Länderspieltor in der 77. Minute ab, Müller traf per Kopf, nachdem Celia Okoyino da Mbabi aus 16 Metern nur die Latte getroffen hatte (84.). Popp hatte danach sogar das 8:0 auf dem Fuß, traf aber lediglich das Quergestänge des finnischen Tores (87.).

Im abschließenden Gruppenspiel gegen China am Montag (ab 18 Uhr) reicht den DFB-Frauen nun ein Unentschieden zum Gruppensieg und der damit verbundenen Teilnahme am Endspiel, denn die Chinesinnen setzten sich in ihrem zweiten Spiel 2:0 (2:0) gegen Dänemark durch und haben als Tabellenzweiter vier Punkte auf dem Konto.

Interview mit Silvia Neid

25.02.2010 13:30 Frauen-Nationalmannschaft DFB.DE EXKLUSIV

Silvia Neid: Viel ausprobiert, viel gelungen

Zufrieden mit dem Auftakt: DFB-Trainerin Silvia Neid  © Bongarts/GettyImages
Zufrieden mit dem Auftakt: DFB-Trainerin Silvia Neid

Mit dem souveränen 4:0-Sieg gegen Dänemark zum Auftakt des Algarve Cups kann die deutsche Frauen-Nationalmannschaft zufrieden sein. Aber nicht nur das Ergebnis freute Silvia Neid.

Die DFB-Trainerin setzte sofort ihre Ankündigung um, das Turnier zu nutzen, um einiges auszuprobieren. Das Gespräch nach der Partie in Parchal schrieb DFB.de-Redakteur Niels Barnhofer mit.

DFB.de: Silvia Neid, wie zufrieden sind Sie mit dem Auftakt beim Algarve Cup?

Silvia Neid: Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit unserem Spiel gegen Dänemark. In der ersten Halbzeit haben wir sehr viel gearbeitet gegen aggressive Gegnerinnen. Man konnte gegen sie nie in Ruhe den Ball annehmen. Trotz dieses Drucks haben das unsere Spielerinnen aber richtig gut gemacht. Und obwohl wir in der zweiten Halbzeit viele frische Kräfte gebracht haben, konnten wir das Niveau halten. Die Däninnen haben uns nie in den Griff gekriegt.

DFB.de: Sie hatten angekündigt, beim Algarve Cup viel auszuprobieren. Wie lautet dahingehend Ihr erster Eindruck?

Neid: Wir haben im Verlauf des Spiels sechsmal gewechselt, aber dadurch entstand kein Bruch im Spiel. Das freut mich sehr. Außerdem haben wir verschiedene Spielerinnen auf verschiedenen Positionen ausprobiert. Kerstin Garefrekes etwa hat das auf der rechten Außenverteidiger-Position sehr gut gemacht. Sie hat wirklich ein sehr gutes Spiel gezeigt. Ihr Stellungsspiel und ihr Zweikampfverhalten waren sehr gut. Aber auch mit Birgit Prinz auf der Position sechs hat das in der zweiten Halbzeit sehr gut geklappt. Sie hat ihre Aufgabe optimal umgesetzt.

DFB.de: Hat Birgit Prinz eine Zukunft auf dieser Position?

Neid: Birgit hat das wirklich sehr gut gemacht. Sie hat viele Bälle erobert, wusste genau, wann sie nach hinten doppeln musste, hat das Spiel sehr gut eröffnet und hat noch ein Tor von dieser Position aus gemacht. Von daher bin ich sehr zufrieden mit ihr. Ich hatte schon vor längerer Zeit mit ihr über diese Option gesprochen, dann vor zwei Tagen noch einmal. Aber diese Variabilität betrifft ja nicht nur Birgit. Wir hatten am Vorabend vor dem Dänemark-Spiel eine lange Taktikbesprechung, auf der wir der gesamten Mannschaft erklärt haben, was wir von den einzelnen Positionen erwarten, so dass auch jede weiß, welche Anforderungen auf jeder Position zu erfüllen sind.

DFB.de: Welche positiven Erkenntnisse nehmen Sie noch aus dem Dänemark-Spiel mit?

Neid: Einige. Mit Kerstin Garefrekes haben wir etwas ausprobiert. Jennifer Zietz haben wir reingebracht, die wir ja schön öfters auf der Position sechs gesehen haben. Lena Goeßling kam auf zwei Positionen im zentralen defensiven Mittelfeld und in der Innenverteidigung zum Einsatz - sie brauchte ein bisschen, um ins Spiel zu finden, aber dann war es gut. Sie ist einfach eine Spielerin, die sehr viel sieht, die ein Spiel lesen und aufbauen kann. Im Angriff haben Anja Mittag und Birgit Prinz sehr gut zusammengearbeitet, gerade was das Abwehrverhalten angeht. Da wollten wir keinen Ball von den Däninnen ins Zentrum zulassen, das haben sie sehr gut gemacht. Wir hatten einfach eine gute Tiefenstaffelung, so dass Dänemark immer auf Außen spielen musste.

DFB.de: Und dann kam in Inka Grings in der zweiten Halbzeit auch noch eine Tor-Garantin.

Neid: Ja, das stimmt. Die zwei Treffer hat Inka wieder total kaltschnäuzig gemacht. Gut, dass wir sie haben. Wir wollten sie nicht von Anfang an spielen lassen, weil sie am vergangenen Samstag im Bundesligaspiel einen Pferdekuss abbekommen hatte. Deshalb haben wir erst mal andere für sie arbeiten lassen. Und sie hat es gut übernommen. Die Däninnen waren schon müde und nicht mehr so aufmerksam, und das hat Inka sehr gut genutzt.

Neid: "Zufrieden mit Prinz"  © Bongarts/Getty Images
Neid: "Zufrieden mit Prinz"

DFB.de: Und dennoch: Wenn man etwas kritisieren möchte, müsste man die Chancenauswertung nennen.

Neid: Das stimmt, die Chancenverwertung in der ersten Halbzeit hätte besser sein müssen. Nach den ersten 45 Minuten hätten wir schon 4:0 oder 5:0 führen können. Da müssen wir einfach abgeklärter vor dem Tor werden. Die erste Halbzeit war auch nicht so gut, weil wir den Ball zu viel springen ließen. Es hat zu lange gedauert, bis wir ihn kontrolliert hatten.

DFB.de: Was erwartet die DFB-Auswahl nun am Freitag gegen Finnland?

Neid: Auf Finnland bin ich ganz gespannt. Die Finninnen haben einen neuen Trainer. Mal schauen, ob er die bisherige Spielphilosophie fortsetzt, sehr weiträumig zu spielen und gerade in der Luft viele Zweikämpfe zu suchen, oder ob er jetzt mehr spielen lassen will. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die Finninnen total robust und zweikampfstark sind - in diesem Bereich müssen wir uns unbedingt behaupten.

DFB-Trainertagung: Lernen beim Algarve Cup

25.02.2010 11:39 Frauen-Nationalmannschaft

Leitet das Seminar: die DFB-Trainerin Tina Theune  © Bongarts/GettyImages
Leitet das Seminar: die DFB-Trainerin Tina Theune

Der Algarve Cup bedeutet, dass die Frauen-Bundesliga pausiert. Wenn keine Spiele stattfinden, muss das jedoch nicht gleichbedeutend damit sein, dass die Aktivitäten der Vereine ruhen. Im Gegenteil: Es gibt durchaus Synergien zwischen Liga und Turnier. So hat der DFB nun die Trainerinnen und Trainer der Bundesliga-Klubs zu einer Tagung an die Südküste Portugals eingeladen.

Von Mittwoch bis Montag findet dieses Seminar unter der Leitung von DFB-Trainerin Tina Theune statt. Unterstützt wird die Fußball-Lehrerin dabei von DFB-Trainer Ralf Peter, der für die U 15- und U 17-Juniorinnen-Nationalmannschaften zuständig ist, und der ehemalige Nationalspielerin und WM-Botschafterin Britta Carlson. Zehn Trainerinnen und Trainer der Frauen-Bundesliga und 2. Frauen-Bundesliga haben das Angebot angenommen.

Lehrreicher Mix aus Theorie und Praxis

Auf alle wartet ein informatives und lehrreiches Programm. So wird Dr. Norbert Stein, der Konditionstrainer der Frauen-Nationalmannschaft, einen Vortrag über „Sprungkrafttraining zur Verbesserung der Schnelligkeit“ halten. Dr. Arno Schimpf, der Psychologe der DFB-Auswahl, wird in einem Gespräch mit Bundestrainerin Silvia Neid das Thema „Mentales Coaching im Blick auf die WM 2011“ erörtern.

In einer Praxis-Einheit wird sich Ralf Peter mit dem „Spielaufbau gegen unterschiedliche gegnerische Grundordnungen“ beschäftigen. Des Weiteren wird der DFB-Trainer über das Thema „Verhalten bei Standardsituationen“ referieren. Und natürlich werden die Tagungsteilnehmer die Gelegenheit nutzen, um Spiele des Algarve Cups zu beobachten und zu analysieren.

Deutschland gelingt Auftaktsieg an der Algarve

24.02.2010 19:56 Frauen-Nationalmannschaft

In Aktion: Torschützin Birgit Prinz (l.)  © Bongarts/GettyImages
In Aktion: Torschützin Birgit Prinz (l.)

Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einem Sieg in den Algarve Cup gestartet. Im ersten Gruppenspiel gewann das Team von DFB-Trainerin Silvia Neid 4:0 (1:0) gegen Dänemark. Melanie Behringer (36.), Birgit Prinz (56.) und Inka Grings (58., 82.) erzielten die Treffer. Mit dem Sieg übernahmen die DFB-Frauen den ersten Platz in der Gruppe A. Die weiteren Gegner der deutschen Mannschaft, Finnland und China, trennten sich 1:1.

"Wir haben viele Spielerinnen auf verschiedenen Position eingesetzt. In der ersten Halbzeit haben wir das gegen aggressive Däninnen sehr gut gemacht", freute sich DFB-Trainerin Silvia Neid. "Nach der Pause haben wir viele frische Kräfte gebracht, konnten aber nahtlos an unsere Leistung der ersten Hälfte anknüpfen."

Nach einer Schweigeminute für die Opfer der Naturkatastrophe auf Madeira begann die deutsche Mannschaft im Complexo Desportivo Belavista in Parchal stark. Bereits in der 7. Spielminute lag die Führung in der Luft, aber Behringer und Anja Mittag verpassten nach einer Flanke von Fatmire „Lira“ Bajramaj knapp.

Algarve Cup 2010: Deutschland vs. Dänemark

Garefrekes, Krahn und Gößling in der Startformation

Neid hatte das Team gegenüber dem Nordkorea-Spiel (3:0) in der vergangenen Woche auf drei Positionen verändert. So kam Kerstin Garefrekes auf der für sie ungewohnten rechten Außenverteidigerposition zum Einsatz, Annike Krahn spielte in der Innenverteidigung und Lena Gößling agierte im zentralen Mittelfeld.

Ohne die verletzten Linda Bresonik und Simone Laudehr vom FCR 2001 Duisburg spielten sich die DFB-Frauen eine deutliche Überlegenheit heraus, während die Däninnen auf Konter lauerten. Prinz scheiterte nach 25 Minuten zunächst an der dänischen Torfrau, eine Minute später traf Kim Kulig die Querlatte. Mehr Erfolg hatte Behringer, die in der 36. Minute nach schöner Vorarbeit von Gößling und Mittag zur Führung einschob.

Gelungener Auftakt: Die DFB-Frauen  © Bongarts/GettyImages
Gelungener Auftakt: Die DFB-Frauen

Prinz und Grings machen den Sieg perfekt

Auch in der zweiten Hälfte blieb die deutsche Auswahl in der Offensive gefährlich. Ein Treffer von Mittag nach einem Distanzschuss von Behringer wurde aber wegen einer Abseitsposition nicht anerkannt (47.). Nicht im Abseits stand dagegen Prinz, die mit einem Flachschuss aus 12 Metern auf 2:0 erhöhte (56.). Zwei Minuten später baute die eingewechselte Inka Grings ebenfalls mit einem Flachschuss den Vorsprung weiter aus (58.).

In der Folge blieben die DFB-Frauen weiter spielbestimmend, nur in der 72. Minute wurde es noch einmal gefährlich, als Nadine Angerer im deutschen Tor gegen Katrine Pedersen klären musste. Auf der Gegenseite war es erneut Grings, die mit einem Kopfball aus kurzer Distanz auf 4:0 erhöhte (82.).

Im zweiten Gruppenspiel trifft die deutsche Auswahl ebenfalls in Parchal am Freitag auf Finnland. Die Partie beginnt um 18 Uhr.

Bianca beim Bund: Europameisterin im Grenzbereich

24.02.2010 08:20 Frauen-Nationalmannschaft

Optimale WM-Vorbereitung: Fußballerin Bianca Schmidt  © Bongarts/GettyImages
Optimale WM-Vorbereitung: Fußballerin Bianca Schmidt

Es ist kalt. Eisig kalt. Bei Minustemperaturen hat Bianca Schmidt gerade die Nacht im Freien hinter sich gebracht. Durchgefroren ist die Abwehrspielerin der Frauen-Nationalmannschaft. Die Hände sind steif, die Knochen tun weh. Aber Bianca Schmidt ist tapfer.

„Ich wusste ja, was mich hier erwartet“, sagt die 20-Jährige vom 1. FFC Turbine Potsdam und beißt in ihr Frühstücksbrötchen. Der Algarve Cup, bei dem die Nationalspielerin heute (ab 18 Uhr) mit den DFB-Frauen im warmen Portugal gegen Dänemark startet, ist da noch ganz weit weg. DFB.de-Redakteurin Annette Seitz hat die Sportsoldatin ins Biwak begleitet.

"Bibi" beim Bund: Optimal auf die WM vorbereiten

Niemand hat gesagt, dass es einfach werden wird in der Grundausbildung der Sportfördergruppe in Nienburg. Auch nicht ihre Kolleginnen von der Frauen-Nationalmannschaft, die ebenfalls eine zweimonatige Ausbildung absolvierten, um sich anschließend als Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr optimal auf ihren Sport konzentrieren zu können.

Denn als Sportsoldatin absolviert Bianca Schmidt nach der um vier Wochen auf zwei Monate verkürzten Grundausbildung nur noch einen militärischen Pflichtanteil. „Für mich bedeutet das Engagement bei der Bundeswehr, dass ich mich optimal auf die WM 2011 in Deutschland vorbereiten kann“, erklärt Bianca Schmidt.

Tipps von der Hauptgefreiten Bajramaj

Sie hat sich Tipps geholt von ihren Potsdamer Mannschaftskameradinnen Jennifer Zietz, Babett Peter, Nadine Keßler und Lira Bajramaj, die wie Simone Laudehr, Ursula Holl, Alisa Vetterlin und Lena Goeßling der Sportförderkompanie angehören.

Wie mit der Kälte bei Außeneinsätzen klar kommen? Wie mit der fehlenden Privatsphäre auf der engen Stube? Wie die schier endlosen Geländemärsche mit Gepäck überstehen? Die Kolleginnen haben es ihr gesagt. „Das hat mir geholfen“, sagt Bianca Schmidt.

Und doch sind die Erfahrungen in der Truppe, vor allem beim Biwak, in dessen Rahmen die Soldaten und Soldatinnen 48 Stunden im Gelände verbringen, grenzwertig. „Ganz so belastend habe ich es mir nicht vorgestellt“, gibt die Europameisterin zu. „Es ist härter als gedacht. Vor allem der wenige Schlaf macht mir zu schaffen. Man muss hier an seine körperliche Grenzen gehen.“

Nationalspielerin Bianca Schmidt bei der Bundeswehr

Frühstück bei minus fünf Grad

Um fünf Uhr in der Früh wurde Bianca Schmidt, die mit 49 Kameraden und Kameradinnen sowie acht Ausbildern des dritten Zuges des Bataillons Elektronische Kampfführung 912 der Clausewitz-Kaserne Nienburg im Gelände unterwegs ist, an diesem Morgen geweckt.

Die Nacht hat sie in einem Zelt mit der Kameradin Elena Walendzik verbracht, einer zierlichen Boxerin und viermaligen Deutschen Meisterin. Nach dem Wecken heißt es aufstehen und die Zelte umbauen zu einer so genannten Infanterieschnecke, bei dem die Planen einen schützenden Kreis bilden.

Darin suchen die jungen Soldaten und Soldatinnen Schutz vor der Kälte. Wärmen sich an einem Feuer. Und frühstücken. Gar nicht so einfach die Marmelade auf das Brötchen zu streichen, wenn die Kälte die Finger steif macht. Doch man hilft sich. „Die Kameradschaft, die ich hier erlebe, macht schon Spaß“, bekräftigt Bianca Schmidt. Schluckt den letzten Rest ihres Brötchens herunter und muss auch schon weiter. Denn das Kommando „Fertigmachen für die Ausbildung“ erklingt. Aufbruch.

In tiefster Gangart durchs Unterholz

Angesagt ist das Gleiten durchs Gelände. Will heißen: Nässeschutz anlegen und in tiefster Gangart das „Einfließen in die Stellungen“ üben, wie es Oberbootsmann Robin Haß erklärt. Am ersten Tag hat die Gruppe Gräben im Gelände ausgehoben und mit Sandsäcken befestigt. Nun steht der nächste Teil der Übung an, die unter dem Oberbegriff „Feuerkampfausbildung“ firmiert.

Die Ausbildungsinhalte in der Grundausbildung unterscheiden sich nicht von denen „normaler“ Rekruten. Immer wieder erklärt der Gruppenführer, was er von seinen Soldaten verlangt, unterbricht die Übung, hält inne. Immer wieder müssen die Männer und Frauen auf dem Bauch über den Schnee im Unterholz zu ihren Stellungen gleiten.

Das ist anstrengend. Und eine Überwindung. Mental und körperlich. In diesen Momenten, wenn Bianca Schmidt an ihre Leistungsgrenze und vielleicht darüber hinaus geht, denkt sie an die Beweggründe für ihre Entscheidung. „Ich will mich voll auf meinen Sport konzentrieren“, sagt sie und blickt zurück auf die Vorbereitung zur EURO 2009 in Finnland. „Der eine Lehrgang, den wir ohne Ball gemacht haben, war schon hart. Das kam beinahe heran an das, was wir hier machen. Aber nur beinahe.“ Sie lacht.

Zehn Bundeswehr-Plätze für den DFB

Ihren Humor hat sie nicht verloren. Denn sie ist froh, dass DFB-Trainerin Silvia Neid sie für die Sportfördergruppe vorgeschlagen hat. Zehn Plätze stehen dem DFB dort zur Verfügung. Die Sportliche Leitung der Frauen-Nationalmannschaft trifft die Entscheidung, wer in den Kreis der Sportfördergruppe aufgenommen wird, nach verschiedenen Gesichtspunkten. Die sportliche Perspektive der Kandidaten ist ein wichtiger Fakt. Insofern bedeutet es für Bianca Schmidt auch eine Auszeichnung, dass sie dabei sein darf.

Die Vorteile der Sportförderkompanie liegen für Hauptmann Lars Neitzel, den Kompaniechef der siebten Kompanie der Clausewitz-Kaserne, auf der Hand: „Nach Abschluss der Grundausbildung werden die Sportsoldaten vom Dienst freigestellt und absolvieren nur noch einen militärischen Pflichtanteil.

Dadurch haben sei eine größere finanzielle Unabhängigkeit und sind nicht zu hundert Prozent von Sponsoren abhängig. Sie können ihre Sportart zielgerichtet ausüben.“ Genau das ist das Ziel von Bianca Schmidt.

800 Sportsoldaten aus 44 Sportarten in 15 Fördergruppen

15 Sportfördergruppen gibt es insgesamt in Deutschland, gut 800 Sportler sind darin organisiert. Die Bandbreite der Sportarten reicht von Fußball über Segelfliegen, Kunstradfahren, Rugby oder Gewichtheben bis hin zu Schach. Alles, wirklich alles unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), ist vertreten. 77 Disziplinen in 44 Sportarten werden gefördert.

Nach der achtwöchigen Grundausbildung, die für Sportsoldaten ausschließlich in Dillingen an der Donau und eben in Nienburg an der Weser absolviert werden kann, werden die Sportler einer der 15 Sportfördergruppen der Bundeswehr zugeteilt. Nur Athleten aus Bundeskadern von Sportverbänden, die dem DOSB angehören, können gefördert werden.

Schmidt: "Wusste, was mich erwartet"  © Bongarts/GettyImages
Schmidt: "Wusste, was mich erwartet"

Von Nienburgs Wäldern in die Sonne Portugals

Zahlen und Fakten, die Bianca Schmidt in diesen Stunden herzlich gleichgültig sind. Mit Zähigkeit und Ehrgeiz bringt sie die beiden Tage im Biwak hinter sich, absolviert die Ausbildungsinhalte für den militärischen Dienst mit ebensolcher Akribie wie die Abwehrarbeit in Nationalmannschaft und Verein.

Die Grundausbildung hat die 20-Jährige mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Zurzeit tritt Frau Gefreite Schmidt mit der Frauen-Nationalmannschaft beim Algarve Cup in Portugal an. Ungleich wärmer als im Biwak in Nienburg. Aber nicht unbedingt weniger anstrengend.

DFB-Auswahl an der Algarve angekommen

23.02.2010 10:40 Frauen-Nationalmannschaft

In Portugal angekommen: Silvia Neid und ihr Team
In Portugal angekommen: Silvia Neid und ihr Team

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist an der Algarve angekommen. Nach rund sechsstündiger Reise bezog die DFB-Auswahl gestern kurz vor Mitternacht Ortszeit ihr Quartier in Albufeira.

Das Team von Trainerin Silvia Neid nimmt vom 24. Februar bis 3. März an dem hochkarätig besetzten Turnier an der Südküste Portugals teil. Erster Gegner ist am morgigen Mittwoch (ab 18 Uhr in Parchal) die Auswahl Dänemarks.

Der 36 Personen umfassende Tross des DFB war am gestrigen Montag von Frankfurt am Main aus gestartet. Trotz Pilotenstreiks verlief die Anreise reibungslos. Über Lissabon flog das Team nach Faro, von wo aus es per Bus-Transfer ins Hotel ging. An ihrem Bestimmungsort wurde die deutsche Mannschaft bei milder Temperatur um 15 Grad und böigem Wind empfang.

Die DFB-Auswahl teilt sich das Hotel mit den Teams aus China, Dänemark, Finnland und Rumänien.

Bresonik fällt aus – Keßler für Algarve Cup nominiert

22.02.2010 12:12 Frauen-Nationalmannschaft

Muss passen: Linda Bresonik  © Bongarts/GettyImages
Muss passen: Linda Bresonik

Linda Bresonik fällt für den Algarve Cup aus. Die vielseitig einsetzbare Spielerin des FCR 2001 Duisburg musste ihre Teilnahme an dem hochkarätig besetzten Turnier vom 24. Februar bis 3. März wegen eines Muskelfaserrisses im rechten Oberschenkel absagen. Die zweifache Weltmeisterin ist der zweite Ausfall in der DFB-Auswahl, zuvor musste bereits Simone Laudehr passen.

Für Linda Bresonik berief DFB-Trainerin Silvia Neid erstmals Nadine Keßler in die Frauen-Nationalmannschaft. Die 21-Jährige spielt seit dieser Saison für den 1. FFC Turbine Potsdam. Sie durchlief sämtliche Jugend-Nationalmannschaften und gehört aktuell der von DFB-Trainerin Ulrike Ballweg trainierten U 23-Nationalmannschaft an. Als defensive Mittelfeldspielerin kann Nadine Keßler wie Linda Bresonik und Simone Laudehr die Position 6 besetzen.

Neid freut sich auf "Turnier mit lauter Top-Teams" in Portugal

22.02.2010 10:45 Frauen-Nationalmannschaft

Freut sich auf das Turnier: Silvia Neid  © Bongarts/Getty Images
Freut sich auf das Turnier: Silvia Neid

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bricht heute nach Portugal auf. Vom 24. Februar bis 3. März nimmt der aktuelle Welt- und Europameister dort am hochkarätig besetzten Algarve Cup teil. Eine willkommene Gelegenheit für Silvia Neid, um die Vorbereitung auf die WM 2011 im eigenen Land voranzutreiben. Im exklusiven DFB.de-Gespräch mit DFB-Redakteur Niels Barnhofer verrät die DFB-Trainerin, mit welchen Erwartungen sie ins Turnier geht.

dfb.de: Silvia Neid, am vergangenen Mittwoch haben Sie mit der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Nordkorea gespielt, jetzt geht es zum Algarve Cup. Das sind fünf Spiele innerhalb kürzester Zeit. Wie wichtig sind diese Maßnahmen?

Silvia Neid: Sie sind mir sehr wichtig. Denn sie sind Teil der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Deutschland. Wir sind seit dem Ende der EURO 2009 voll auf die WM 2011 fokussiert. Bis zum Turnierstart ist es nicht mehr lange, die Zeit wird rasend schnell vergehen. Deswegen heißt es für uns, sie möglichst optimal zu nutzen. Ich will die Mannschaft so häufig wie möglich zusammen haben, was bei dem Programm einiger unserer Bundesligisten ja nicht ganz einfach ist. Aber gerade vor diesem Hintergrund bietet der Algarve Cup eine sehr gute Gelegenheit, das Team auch mal über einen etwas längeren Zeitraum zusammen zu haben.

dfb.de: Welchen sportlichen Wert messen Sie dem Algarve Cup bei?

Neid: Wir würden nicht daran teilnehmen, wenn wir es nicht als sinnvoll erachten würden. Der Algarve Cup ist ein sehr gut besetztes Turnier. Es sind lauter Top-Teams am Start. Und das passt genau zu unserem Anspruch, bis zur WM gegen möglichst starke Gegner zu spielen, weil wir bis zur WM keine Pflichtspiele mehr haben werden.

dfb.de: Mit welchen Erwartungen gehen Sie ins Turnier?

Neid: Natürlich erhoffe ich mir interessante Aufschlüsse über unsere Mannschaft. Aber ich bin auch neugierig auf die anderen Teams. Ich will sehen, wo die Spielerinnen aktuell stehen. Darüber hinaus werden wir einiges ausprobieren, ein wenig experimentieren. Ich hoffe, wir werden Erkenntnisse darüber sammeln, was bereits ganz gut klappt oder woran wir noch arbeiten müssen. Natürlich ist es auch gut, Matchpraxis zu sammeln und sich ein wenig einzuspielen. Man sollte die Leistungen beim Algarve Cup aber auch vor dem Hintergrund bewerten, dass die Winterpause gerade erst zu Ende gegangen ist und auf Grund der Witterungsverhältnisse in Deutschland kaum Spiele stattfinden konnten. Womit ich dem Team keineswegs ein Alibi verschaffen will. Um es deutlich zu sagen: Ich mag es nicht, zu verlieren. Dennoch sind für mich die Ergebnisse bei diesem Turnier zunächst einmal sekundär.

dfb.de: Aus den Worten sprechen hohe Ansprüche. Sind die in einem Übergangsjahr zu realisieren?

Neid: Davon bin ich überzeugt. Ich kenne die Spielerinnen. Die Mannschaft zieht mit. Wir haben das auch intern besprochen. Wir haben uns ein Ziel für dieses Jahr gesteckt, und das besagt, dass wir uns in allen Bereichen verbessern wollen. Das ist schwer, weil wir uns schon auf einem sehr hohen Niveau bewegen, aber man kann immer noch überall ein paar Prozent mehr herausholen. Ich halte das auch für notwendig, wenn wir unseren Traum realisieren wollen, zum dritten Mal in Folge den WM-Titel zu holen.

dfb.de: Gibt es bestimmte Inhalte, die Sie in Portugal abklopfen wollen?

Neid: Natürlich setzen wir im Training unsere Schwerpunkte. Wir haben konkrete Vorstellungen davon, was wir sehen wollen. Aber ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist auch die Analyse. Der Algarve Cup hat sich als Quelle wichtiger Erkenntnisse in der Vergangenheit bewährt. Etwa in der Vorbereitung auf die WM 2007 oder auf die EURO 2009.

dfb.de: Was erwarten Sie von der Gruppe, in der die DFB-Auswahl antritt?

Neid: Ich bin zufrieden mit der Auslosung. Wir werden in den drei Spielen gefordert werden. Wir haben es dabei mit drei Teams zu tun, die unterschiedliche Spielstile pflegen. Da müssen sich unsere Spielerinnen von einer Begegnung auf die nächste umstellen, Flexibilität zeigen.

dfb.de: Wie bewerten Sie die Gegner im Einzelnen? Los geht es ja am 24. Februar gegen Dänemark.

Neid: Die Däninnen waren nicht zufrieden mit ihrem Abschneiden bei der EURO 2009 in Finnland. Von daher gehe ich davon aus, dass sie daran arbeiten wollen, was ihnen seinerzeit gefehlt hat. Und das war die Durchschlagskraft vor dem Tor. Ansonsten können sie auf alte Stärken bauen. Sie sind sehr ballsicher, verfügen über eine gute Technik und einen guten Spielaufbau.

Silvia Neid: "Erhoffe mir interessante Aufschlüsse"  © Bongarts/GettyImages
Silvia Neid: "Erhoffe mir interessante Aufschlüsse"

dfb.de: Wie schätzen Sie Finnland ein, auf das Sie am 26. Februar im zweiten Spiel treffen?

Neid: Die Finninnen haben ein neues Trainer-Team. Nach Martin Käld, der sie bei der EURO 2005 ins Halbfinale und bei der EURO 2009 ins Viertelfinale geführt hat, haben nun Andre Jeglertz und Anne Mäkinen das Sagen. Ich bin gespannt, wie sie ihr Team einstellen werden. Ich kenne die Finninnen als robuste Mannschaft, die ganz stark im Kopfballspiel ist und ein weiträumiges Spiel aufzieht.

dfb.de: Und zum Abschluss der Gruppenspiele treffen sie am 1. März auf China.

Neid: Genau. Die Chinesinnen verfügen über ähnliche Qualitäten wie die Nordkoreanerinnen. Sie sind technisch und taktisch sehr gut ausgebildet. Auf dem Feld sind sie gut organisiert, so dass sich wenig Räume bieten, um zu Torchancen zu kommen. Die muss man sich hart erarbeiten.

dfb.de: Mit welchem Abschneiden rechnen Sie beim Algarve Cup?

Neid: Als Sportler wünscht man sich immer einen bestmöglichen Abschluss, in diesem Fall wäre das der Turnier-Sieg. Ich werde das jedoch nicht explizit als Ziel ausgeben. Wenn wir es schaffen sollten, ist es gut, wenn nicht, geht die Welt nicht unter. Wie gesagt, für mich sind die Ergebnisse beim Algarve Cup erst einmal sekundär.

Sonntag, 2. Januar 2011

"Kleine Weltmeisterschaft" lockt die Top-Teams

21.02.2010 09:10 Frauen-Nationalmannschaft

Standortbestimmung Algarve Cup: Silvia Neid  © Bongarts/GettyImages
Standortbestimmung Algarve Cup: Silvia Neid

"Mundialito de Futebol Feminino" – mit diesem Untertitel bewerben die Veranstalter den Algarve Cup. Und damit greifen sie nicht zu hoch. Das Teilnehmerfeld entspricht tatsächlich dem einer "kleinen Weltmeisterschaft". Mit den USA (1.), der DFB-Auswahl (2.), Schweden (4.), Norwegen (7.) und Dänemark (10.) sind fünf Mannschaften aus den Top Ten der FIFA-Weltrangliste beim Turnier vom 24. Februar bis 3. März am Start. Aber auch die weiteren Starter mit China (13.), Finnland (16.) und Island (18.) sind sehr gut platziert in dem internationalen Ranking.

Die teilnehmenden Nationen sprechen für das Renommee des Turniers. Seit Jahren schon lockt der Algarve Cup die Spitzenteams an. Erstmals wurde er 1994 ausgetragen. Mittlerweile ist er ein fester Termin in den Plänen vieler Trainer. Immer in der Zeit um Ende Februar und Anfang März messen sich die Top-Teams des Frauenfußballs an der Südküste Portugals. Dann nämlich, wenn es in der Heimat noch kalt und die Plätze schwer bespielbar sind, bieten sich hervorragende Bedingungen in Südeuropa.

DFB-Team Stammgast an der Algarve

Auch die DFB-Auswahl zählt zu den Stammgästen an der Algarve. Mit Blick auf anstehende Großveranstaltungen wie Welt- und Europameisterschaften oder Olympische Spiele haben früher Tina Theune und jetzt Silvia Neid gerne die Gelegenheit genutzt, um das eigene Team auf den Prüfstand zu stellen. Es wurden wichtige Erkenntnisse gesammelt, viel probiert und experimentiert. Auch in diesem Jahr wird das der Fall sein, wenn das deutsche Team gegen Dänemark (24. Februar), Finnland (26. Februar) und China (1. März) antritt und am 3. März das Platzierungsspiel bestreitet.

Mit der USA dabei: Abby Wambach  © Bongarts/GettyImages
Mit der USA dabei: Abby Wambach

Denn die DFB-Auswahl wird auf Konkurrenz auf Augenhöhe treffen. Und genau das wünscht sich Silvia Neid im Vorfeld der WM 2011. "Da wir keine Pflichtspiele bis dahin haben werden, wollen wir gegen möglichst starke Gegner spielen. Das hilft uns weiter", erklärt die DFB-Trainerin. Ein Blick in die Kader der teilnehmenden Mannschaften verdeutlich, welche Hochkaräter mit von der Partie sind. Dänemark wird einmal mehr von Katrine Pedersen (Jahrgang 1977) angeführt. Bei Finnland steht die mittlerweile in den USA bei Sky Blue FC spielende Laura Österberg Kalmari im Aufgebot. China hat unter anderem Ma Jun dabei.

Viele namhafte Spielerinnen stehen im Kader der USA – von Abby Wambach über Shannon Boxx bis Hope Solo. Die Schwedinnen warten unter anderem mit Lotta Schelin und Kosovar Asllani auf. Und bei Norwegen stechen die Namen Ingvild Stensland und Solveig Gulbrandsen sofort ins Auge. Prominenter geht es kaum. Es lohnt sich also dabei zu sein – in jeglicher Hinsicht.