Dienstag, 1. September 2009

Mehr als zwei Millionen Zuschauer im TV

25.08.2009 17:40 Frauen-EM 2009

Mehr als zwei Millionen Zuschauer verfolgen Auftaktsieg im TV

Viele Zuschauer: Melanie Behringer (l.) gegen Norwegen  © Bongarts/GettyImages
Viele Zuschauer: Melanie Behringer (l.) gegen Norwegen

Den 4:0-Erfolg der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Norwegen im ersten Vorrundenspiel der EURO 2009 verfolgten mehr als zwei Millionen Zuschauer am Fernsehen. Die Begegnung in Tampere wurde von der ARD und Eurosport live übertragen. Allein 2,14 Millionen Zuschauer hatten das Erste eingeschaltet und verfolgten die Sendung, die von Michael Antwerpes moderiert und von Bernd Schmelzer kommentiert wurde. Das entsprach einem Marktanteil von 20,1 Prozent.

Die ARD zeigt zusätzlich Höhepunkte von der Partie unter anderem in der Tagesschau und den Tagesthemen. Dazu schalteten sich in der Spitze rund 200.000 deutsche Fernseh-Zuschauer bei Eurosport in die live-Übertragung ein.

Simone Laudehr wieder fit

25.08.2009 14:02 Frauen-EM 2009

Simone Laudehr wieder fit

Wieder fit: Laudehr  © Bongarts/GettyImages
Wieder fit: Laudehr

Für Mittelfeldspielerin Simone Laudehr geht ab sofort die EURO in Finnland los. Die 23-Jährige hat ihre Knieverletzung vollständig überwunden und konnte am Dienstagvormittag zum ersten Mal am Mannschaftstraining der DFB-Auswahl teilnehmen. "Mir geht es bestens, das Knie fühlt sich gut an", sagt die Regensburgerin, die sich beim letzten Länderspiel-Test in Bochum eine Innenbandzerrung zugezogen hatte.

Damit steht Silvia Neid für das zweite Gruppenspiel am Donnerstag (ab 16.30 Uhr, live in ARD und bei Eurosport) wieder der komplette Kader zur Verfügung. "Es freut mich sehr, dass Simone Laudehr wieder am wettkampfbezogenen Training teilnehmen kann", so die DFB-Trainerin. "Bei so einem langen Turnier braucht man viele Alternativen."

Neid: "Frankreich wird ein ganz anderer Gegner"

Im Teamquartier in Tampere unterstreicht Neid die Qualität des gesamten Teams: "Wir haben einen ausgeglichenen Kader. Wir wissen, dass wir einwechseln können, ohne dass es einen Bruch gibt. Im Gegenteil, es verbessert sich sogar. Das haben wir im Spiel gegen Norwegen ja gesehen."

Dem zweiten Gruppenspiel blickt Silvia Neid angesichts der glänzenden Leistung beim 4:0 gegen Norwegen mit viel Zuversicht entgegen: "Aber Frankreich wird ein ganz anderer Gegner werden. Sie sind spielintelligent, gewitzt, leichtfüßig und denken offensiv." Die Französinnen, die übrigens im selben Teamhotel wie die DFB-Auswahl einquartiert wurden, setzen mittlerweile auf das gleiche taktische Spielsystem wie die Mannschaft von Silvia Neid.

In einem 4-2-3-1-System schlug das Team am Montag Island mit 3:1. Von Silvia Neid und ihrem Trainer-Team vor Ort im Stadion von Tampere beobachtet. "Den Französinnen dürfen wir im Mittelfeld keinen Raum lassen", so die Erkenntnis der Cheftrainerin. "Meine Mannschaft muss ein gutes Mittelfeld-Pressing spielen. Wenn man gegen Frankreich als Team nicht kompakt steht, dann wird man ausgespielt. Das sind richtig gute Fußballerinnen."

Sieg einer verschworenen Gemeinschaft

25.08.2009 11:40 Frauen-EM 2009

Sieg einer verschworenen Gemeinschaft

Treffsicher: Anja Mittag und Fatmire Bajramaj  © Bongarts/GettyImages
Treffsicher: Anja Mittag und Fatmire Bajramaj

Es war eine Szene, die so viel aussagt über das, was man Teamgeist nennt. Als Linda Bresonik im Auftaktspiel der Frauen-Nationalmannschaft bei der EURO in Finnland gegen Norwegen einen Foulelfmeter zum 1:0 (33.) verwandelte, rannte sie schnurstracks zur deutschen Ersatzbank. Gemeinsam jubelte dort das komplette Team.

Ein Bild mit Symbolcharakter. "Ich wollte zeigen, dass wir ein Team sind", erklärte die erleichterte Torschützin nach dem deutlichen 4:0 ihrer Mannschaft. "Alle gehören dazu, nicht nur die, die von Anfang an spielen."

Schon während der sechs Vorbereitungslehrgänge und in den Tagen vor dem Auftaktspiel bei der EM war deutlich geworden: Diese Frauen-Nationalmannschaft ist eine verschworene Einheit, alle ziehen an einem Strang, alle sind ein Team. Der beeindruckende Auftritt war ein deutliches Zeichen. Auch für den zweiten Gruppengegner Frankreich, dem das DFB-Team am Donnerstag (ab 16.30 Uhr, live in ARD und bei Eurosport) gegenübersteht.

Silvia Neid mit "goldenem Händchen"

Nahtlos fügten sich beispielsweise die Ergänzungsspielerinnen in die Partie gegen Norwegen ein. Mit ihrer Hereinnahme in der zweiten Halbzeit bewies DFB-Trainerin Silvia Neid ein goldenes Händchen. Celia Okoyino da Mbabi und Lira Bajramaj kamen in der 65. Minute, Anja Mittag erst in der 86. auf den Platz.

Doch kaum war Mittag im Spiel, gab sie mit einem ihrer ersten Ballkontakte die Vorlage zum 2:0, das wiederum die eingewechselte Bajramaj erzielte (90.), der zudem der 4:0-Endstand in der Nachspielzeit gelang. Das zwischenzeitliche 3:0 machte Anja Mittag selbst (90.+2). Celia Okoyino da Mbabi war zwar kein Treffer vergönnt, doch auch sie sorgte in den Schlussminuten für frischen Wind und Druck nach vorne.

Rekordverdächtig: drei Tore in vier Schlussminuten

Drei Tore in nur vier Minuten von Spielerinnen, die nicht in der Startformation standen - eine beachtliche Quote. Vor allem die Potsdamer Angreiferin Mittag freute sich über ihre Effektivität: "Natürlich will man der Mannschaft immer helfen, wenn man ins Spiel kommt. Dass es so geklappt hat, ist toll. Ich habe einfach nur das gemacht, was die Trainerin gesagt hat: Tore schießen."

Und ihre künftige Teamkollegin beim Meister, die Doppeltorschützin Lira Bajramaj, meinte zufrieden: "Damit haben wir uns eine sehr gute Ausgangslage geschaffen. Für mich ist das natürlich ein Traum, aber wichtig ist, dass wir gewonnen haben. Wer die Tore schießt, ist völlig egal."

Das Team ist der Star: Anja Mittag und Kim Kulig jubeln gemeinsam  © Bongarts/GettyImages
Das Team ist der Star: Anja Mittag und Kim Kulig jubeln gemeinsam

"4:0 ist eine gute Ausgangslage für uns"

Die Erleichterung über den deutlichen Auftakterfolg war noch lange nach der Rückkehr ins Teamhotel spürbar. "Man weiß ja nie so genau, wo man vor einem Turnierauftakt steht", so Kim Kulig, die nach einer starken Leistung zum "Player of the match" gewählt wurde und den wuchtigen Pokal stolz ihren Teamkolleginnen präsentierte. "Das war ganz wichtig für uns, so zu starten."

Vor allem die Art und Weise, wie die DFB-Auswahl die Norwegerinnen über weite Strecken des Spiels beherrscht hatte, beeindruckte. Die taktischen Vorgaben des Trainerteams wurden konsequent umgesetzt, das Zweikampfverhalten war exzellent, allenfalls in einer Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit setzte der Titelverteidiger nicht entschlossen genug nach und ließ Norwegen ins Spiel kommen.

Zudem war die Chancenauswertung bei der DFB-Auswahl gegen den zweimaligen Europameister nicht optimal. "Es gibt eben solche Tage, da will der Ball einfach nicht über die Linie", erklärte Birgit Prinz. "Aber das 4:0 ist eine gute Ausgangslage für uns."

Konzentration auf Frankreich

Im deutschen Lager war man sich dann auch einig: Der Sieg gegen Norwegen war wichtig, aber eben nur der erste Schritt zum ersehnten siebten EM-Titel. "Wir können uns jetzt nicht zurücklegen, sondern werden uns genauso konzentriert auf unser zweites Spiel am Donnerstag gegen Frankreich vorbereiten", sagte Silvia Neid, die das Spiel der Gruppengegner zwischen Island und Frankreich (1:3) im Anschluss im Stadion von Tampere verfolgte. "Aber: Wir haben uns mit diesem Erfolg Respekt verschafft."

Und eine kleine Erholungsphase verdient: Am Dienstagvormittag stand für den Großteil der Mannschaft Regeneration an, am Nachmittag gibt es wieder eine reguläre Einheit auf dem Trainingsgelände Lamminpää.

Rückblick "Jennys EURO Blog"


Bowling in Tampere
23. August 2009

Hallo Leute,

ich bin bescheiden. Nein, ich werde hier nicht darauf herumreiten, dass ich dem Siegerteam beim Bowling angehört habe. Gestern hatten wir ja unsere letzte teambuildende Maßnahme. Ihr wisst ja, dass wir in unseren Vorbereitungslehrgängen vom Fechten bis Kochen einiges getan haben, um den Teamgeist zu stärken. Und gestern also stand Bowling auf dem Programm. 645 Punkte haben Linda, Saskia, Simone, Inka und ich geschafft. Das war ein einsamer Spitzenwert und wir lagen damit unerreichbar in Führung. Inka war übrigens die Gesamtbeste: Sie hat allein 176 Punkte geholt. Alle Achtung.

Wie viele es bei mir waren?
Ähm, das wollt ihr nicht wirklich wissen, oder?
Doch?
Na gut……95 (hüstel)…...

Jaja, schon klar. Das ist kein Spitzenwert. Aber mir liegt die Kugel aus Leder, die nicht ganz so schwer ist, eindeutig besser.

Ach, ja. Ehe ich es vergesse. Eine Info bin ich Euch noch schuldig: Wie die Sache mit Anja, mir und Sonni ausgegangen ist. Ihr wisst ja, Sonni hatte unsere Schuhe als Retourkutsche schön mit Tape eingepackt. Aber wir konnten noch einen drauf setzen. Anja und ich haben vor Sonnis Zimmertür eine Wand aus Plastikfolie angebracht. Und wisst Ihr was: Sie fand das echt witzig. Damit wollen wir es aber jetzt belassen. Denn ab heute ist Konzentration angesagt! Schließlich geht es Montag endlich los für uns bei der EURO!

Und noch etwas: Die ARD hat einen kleinen Beitrag mit mir gemacht. Da könnt Ihr unter anderem sehen, wie ich für Euch blogge! In der Halbzeitpause unseres Spiels am Montag gegen Norwegen, das von der ARD ab 16.00 Uhr übertragen wird, wird er gesendet. Schaut doch mal rein!

P.S.: Vielen Dank an Norbert und Marjatta aus Tampere, die uns ein paar Sightseeing-Tipps gegeben haben. Vielleicht können wir uns das ein oder andere ja noch anschauen.

Liebe Grüße,

Jenny


Daumen drücken!
24. August 2009

Hallo Leute,

endlich geht es los! Heute bestreiten wir unser erstes Spiel bei der EURO. Ich gehe mal davon aus, dass Ihr uns alle ganz fest die Daumen drückt! Hilft bestimmt!

Gestern waren wir zum ersten Mal im Stadion Tampere, wo wir alle drei Vorrundenbegegnungen spielen werden. Leider durften wir dort nicht unser Abschlusstraining machen, weil die UEFA den Rasen schonen wollte. Das ist schon irgendwie blöd, weil es ja für uns wichtig ist, die Bedingungen zu testen. Ich konnte es auch nicht verstehen. Aber es war eben nicht zu ändern. So konnten wir den Rasen nur begehen, haben uns die Kabinen angeschaut und waren in zehn Minuten durch. Echt cool dort unten zu stehen.

Unser Abschlusstraining war dann wieder in Lamminpää, auf unserem Trainingsplatz. Wir nennen es übrigens Ausschießen. Alt gegen jung spielt gegen einander passen, ablegen, schießen. Das macht Spaß und locker. Wir spielen auch immer um etwas. Gestern sollte der Verlierer sich für das Spiel gegen Norwegen die Finger mit Nagellack lackieren. Und verloren hat ausnahmsweise Team Alt. Und wer verloren hat, muss selbstverständlich auch das machen, was vereinbart wurde.

Also Leute. Ich hoffe, Ihr sitzt heute um 16.00 Uhr vor dem Fernsehen, Internet oder wo auch immer und drückt uns die Daumen. Und wenn das nicht klappt: Denkt fest an uns!

Liebe Grüße,

Jenny


Toller Sieg – und Anja trifft mit meinen Schienbeinschonern
25. August 2009

Hallo Leute,

ein Spiel dauert 90 Minuten, oder? Nee, nicht immer. Das wissen wir spätestens seit unserem tollen Auftaktsieg gegen Norwegen. Ich bin immer noch total euphorisch. Vier Minuten Nachspielzeit – und drei Tore für uns ab der 90. Minute. Das ist absoluter Wahnsinn. Und wisst Ihr was: Jede Mannschaft im Turnier wird uns jetzt bis zur letzten Minute ernst nehmen – egal wie es steht. Denn sie wissen: Wir können jederzeit zuschlagen. Das ist ein gutes Gefühl. Besonders für Anja hat mich das total gefreut. Sie kam rein, gibt Lira die Vorlage, schießt selbst noch ein Tor und hatte dabei meine Schienbeinschoner an. Sie wollte Zeit sparen beim Anziehen und hatte meine eben griffbereit. Das war super und tat ihr bestimmt gut.

Für mich war es das allererste Mal bei einem großen Turnier. Und es war schon ein cooles Gefühl. Klar hätte ich gerne gespielt, aber das EURO-Feeling hat mich auch so gepackt. So kurz vor dem Spiel, beim Warmmachen, dachte ich: "Hey Jenny, Du bis jetzt echt bei der EURO!"

Und die Stimmung war auch auf der Bank super. Als Linda das 1:0 gemacht hat und sie direkt mit allen aufm Platz zu uns gelaufen kam, wir uns alle umarmt haben. Das war schon ein tolles Feeling. Und hat gezeigt, dass wir ein Team sind – ALLE. So eine Geste tut auch denen gut, die nicht direkt ins Spiel eingreifen.

Ich bin dann übrigens doch noch zu meinem Einsatz gekommen. Da war das Spiel allerdings leider schon rum. Nach dem Schlusspfiff kam unser Doc mit einem rosa Zettelchen und da wusste ich schon bescheid: Doping-Kontrolle! Alle haben gelacht und ich habe nur gesagt: "Oh nö, nicht ich!" Unangenehm, muss aber sein. Hat bei mir aber ziemlich zügig geklappt. Ein kühles Bierchen war mir eine große Hilfe und das habe ich mir auf unseren ersten Sieg auch gegönnt.

Liebe Grüße,

Jenny

P.S.: Patricia von der Insel Pöl will wissen, wie meine Reaktion war, als ich von meiner EM-Nominierung erfahren habe: Na, was glaubst du? Luftsprünge hab ich natürlich gemacht und mich super gefreut.

P.P.S.: Hier auch mal ganz liebe Grüße von Anja und mir an unsere Chaoten-Mannschaft zu Hause! Trainiert fleißig.

Rückblick "Jennys EURO Blog"


Erleb mit der Frauen-Nationalmannschaft die EURO 2009
18. August 2009

Hallo Leute,

mit unserem Transfer von Frankfurt/Main nach Tampere beginnt am 19. August für die Frauen-Nationalmannschaft das Projekt "Titelverteidigung" bei der EURO in Finnland. Nach dem Umzugsstress und ein paar Stunden zur Eingewöhnung werde ich euch ab dem 20. August dann täglich in meinem EURO-Blog einen Blick hinter die Kulissen gönnen.

Liebe Grüße,

Eure Jenny


Kamera vergessen - doch Annike hilft
19. August 2009

Hallo Leute,

geschafft! Nach einer ziemlich anstrengenden Anreise haben wir unsere Hotelzimmer in Tampere bezogen. Ich freue mich echt, endlich hier zu sein. Die EURO 2009 kann losgehen. Aber ein bisschen kaputt bin ich auch und echt froh, wenn es dann gleich ins Bett geht.

Schließlich bin ich mit meinen Potsdamer Mannschaftskolleginnen Anja Mittag, Babett Peter und Bianca Schmidt schon um halb elf heute Morgen vom Berliner Flughafen losgedüst, in Frankfurt umgestiegen zur Weiterreise nach Helsinki, wo wir dann um kurz vor 18 Uhr Ortszeit gelandet sind. Ihr wisst ja, in Finnland sind wir eine Stunde weiter, als ihr daheim. Der Flug war so lala. Ich fliege bekanntlich überhaupt nicht gerne. Viel lieber wäre ich mit dem Auto gefahren, aber das ging ja nicht. Ein paar Turbulenzen gab es auch noch zwischen Frankfurt und Helsinki. Okay, es hat ein bisschen geruckelt, aber es ging dann doch irgendwie.

Und dann ist mir auch noch aufgefallen, dass ich meinen Fotoapparat vergessen habe. Könnt Ihr Euch das vorstellen? Ich bin zum ersten Mal bei so einem großen Turnier dabei und vergesse meinen Fotoapparat! Aber zum Glück habe ich ja nette Mannschaftskolleginnen, wie etwa Annike Krahn. Die hat mich gleich beruhigt und versprochen, dass Sie ganz viele Bilder macht, die ich natürlich auch haben könnte. Glück gehabt.

In Helsinki angekommen, ging es dann im Mannschaftsbus nach Tampere, was auch noch mal knapp zwei Stunden gedauert hat. Um 20.30 Uhr deutscher Zeit waren wir dann endlich da, haben uns im Zimmer einigermaßen eingerichtet, zu Abend gegessen und – was soll ich sagen - jetzt bin ich einfach nur fertig.

Aber ich freue mich. Auf unser erstes Training, auf Finnland, auf die EURO – und darauf, dass ich Euch täglich in meinem EURO-Blog einen Blick hinter die Kulissen geben kann.

Bis morgen!

Liebe Grüße,

Jenny


Endlich aufn Platz – direkt neben dem Friedhof
20. August 2009

Hallo Leute,

die Nacht war kurz. Nicht, weil wir es uns hier so lange haben gut gehen lassen, nee, nee. Ich konnte einfach nicht einschlafen. Aber das geht mir öfter so in den ersten Nächten im Hotelbett. Das Problem kennt Ihr bestimmt auch. Jedenfalls war ich ganz schön platt heute Morgen. Aber das Hotel ist okay. Und meine Zimmernachbarin sowieso. Na, wer könnte das wohl sein? Richtig! Natürlich meine Potsdamer Mannschaftskollegin Anja Mittag. Mit ihr verstehe ich mich echt gut. Das ist ziemlich wichtig, schließlich verbringt man ja jede Menge Zeit miteinander. Hoffentlich dreieinhalb Wochen, denn dann wären wir im Finale. Ach, wäre das schön…..

Aber ich schweife ab. Also. Heute war unser erstes Training in Tampere. Und Ihr könnt es Euch sicher denken: Auch das war ziemlich anstrengend. Hat aber Spaß gemacht. Endlich wieder aufn Platz. Ein schönes Gefühl. Jedenfalls besser, als Stunden im Flugzeug.

Ach so. Unser Trainingsplatz hat übrigens eine ganz besondere Lage: Direkt neben einem Friedhof. Aber bei uns aufm Platz war nichts mit Ruhe sanft. Da ging es eher mächtig zur Sache. Ist ja klar. Man merkt jetzt schon so langsam das Kribbeln. Der Montag rückt ja immer näher. Und damit unser Auftaktspiel bei der EURO......


Sonjas Retourkutsche
21. August 2009

Hallo Leute,

gestern war die Nacht kurz, heute etwas länger. Das hing damit zusammen, dass am Freitag erst um 11.00 Uhr Training angesetzt war und wir deshalb ein bisschen länger pennen konnten. Habe ich natürlich ausgenutzt. Stabilitätsübungen standen auf dem Programm, erst heute Nachmittag kommt wieder der Ball ins Spiel.

Aber ich wollte Euch eigentlich von Gestern Abend erzählen. Da hatten wir nämlich richtig Spaß. Die Stimmung in der Mannschaft ist eh gut, wir verstehen uns alle prima, auch wenn es auf dem Platz beim Training schon mal zur Sache geht. Aber das muss ja so sein.

Gestern also, Abendessen und Pflege hatten wir schon hinter uns, wurden meine Zimmerpartnerin Anja und ich Opfer eines Racheaktes. Wir gehen nichts ahnend vor die Tür und was sehen wir: Meine und Anjas Schuhe, dick verpackt mit Tape-Band, Christo hätte es nicht besser machen können. War er aber nicht. Sondern Sonja Fuß. Ist die nicht gemein?

Okay, ich gebe zu, die Aktion war die Retourkutsche für eine kleine Gemeinheit meinerseits. Wir hatten uns von Sonni nämlich ein Shirt "geliehen", (lag einfach auf dem Flur, na so was) und zur Versteigerung freigegeben. Dabei hatten wir uns doch so viel Mühe gegeben. Gut sichtbar hatten wir es direkt an der Wand aufgehängt. Sogar einige Gebote sind schon dafür abgeben worden. Aber Sonni fand das irgendwie nicht gut und hat sich das Shirt wieder gesichert. Spaßbremse…..(Hey Sonni, weißt ja, wie ich es meine).

Anja und ich überlegen uns, wie wir darauf reagieren. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Ach übrigens, das mit dem vergessenen Fotoapparat ist geklärt. Anja gibt mir ihren. Sie macht nicht so gerne Bilder, hat sie gesagt. Soll mir nur recht sein.

Trotzdem Danke an Annike!

Liebe Grüße,

Jenny


Anja und ihre Macken
22. August 2009

Hallo Leute,

heute melde ich mich schon früher bei Euch, denn wir haben den Vormittag trainingsfrei. Das ist auch mal ganz schön. Denn dann kann ich unter anderem unser Zimmer aufräumen. Nicht, dass Ihr denkt, ich wäre unordentlich. Nee, nee. Allerdings sollte man schon dafür sorgen, dass die Zahl der Wasserflaschen im Raum nicht unbedingt das Maß des Erträglichen übersteigt. Meine Mitbewohnerin Anja hat nämlich eine Macke. Ihr ahnt es schon: Wasserflaschen. Überall liegen die kleinen Plastikdinger rum. Nicht leer sondern noch halbvoll.

Und das kommt so: Sie trinkt ein paar Mal daraus, stellt die Flasche an den unterschiedlichsten Stellen ab, will wieder etwas trinken – und dann weiß sie einfach nicht mehr, welche der vielen Fläschchen nun ihre war. Was macht Anja also? Sie nimmt sich einfach eine neue und das ganze Spiel geht wieder von vorne los.

Ich kann euch aber beruhigen. Ansonsten ist alles in Ordnung mit meiner Mitbewohnerin. Okay, sie feilt sich vielleicht ein bisschen zu intensiv die Nägel, im Zimmer riecht es ein wenig aufdringlich nach ihrem Parfüm und die Socken liegen auch oft da, wo sie nicht hingehören. Aber sonst ist sie okay. Und das ist auch gut so. Denn wir verbringen wirklich viel Zeit miteinander und haben viel Spaß zusammen. So ein EM-Turnier dauert schließlich mehr als drei Wochen und dann gab es ja auch noch die lange Vorbereitung. Wir verstehen uns aber immer noch prächtig. Und das soll auch so bleiben.

Liebe Grüße,

Jenny

Spiele vom 24. August 2009

24. August 2009, 16.00 Uhr
Deutschland - Norwegen 4:0 (1:0)

Deutschland:
Angerer - Schmidt, Krahn, Hingst, Peter - Garefrekes (65. Bajramaj), Kulig, Bresonik, Behringer (86. Mittag) - Prinz, Grings (65. Da Mbabi)

Gelbe Karte für Kulig und Bresonik

Norwegen:
Hjelmseth - Akerhaugen, Rönning, Mjelde, Huse - Gulbrandsen, Stensland, Storlökken (80. Giske), Lövbraek (72. Pedersen), Herlovsen, Thorsness (58. Kaurin)

Gelbe Karte für Mjelde

Tore:
1:0 Bresonik (33./FE)
2:0 Bajramaj (89.)
3:0 Mittag (90. + 2)
4:0 Bajramaj (90. + 4)

Zuschauer: 7500
Schiedsrichter: Ihringova (England)

24. August 2009, 19.00 Uhr
Island - Frankreich 1:3 (1:1)
Tore:
1:0 Magnusdottir (6.)
1:1 Abily (18./FE)
1:2 Bompastor (53./FE)
1:3 Necib (67.)
Schiedsrichterin: Awdonschenko (Russland)

Spiele vom 23. August 2009

23. August 2009, 13.45 Uhr
Ukraine - Niederlande 0:2 (0:2)
Tore:
0:1 Van de Ven (4.)
0:2 Stevens (9.)
Schiedsrichter: Dorcioman (Rumänien)

23. August 2009, 18.30 Uhr
Finnland - Dänemark 1:0 (0:0)
Tore:
1:0 Saari (49.)
Schiedsrichter: Damkova (Tschechien)

Bilder zum Spiel gegen Norwegen (Teil 2)








Bilder zum Spiel gegen Norwegen (Teil 1)








Dienstag, 25. August 2009

Kim Kulig "Player of the match"

25.08.2009 09:20 Frauen-EM 2009

Kim Kulig gegen Norwegen "Player of the match"

Zur besten Spielerin gegen Norwegen gewählt: Kim Kulig (M.)  © Bongarts/GettyImages
Zur besten Spielerin gegen Norwegen gewählt: Kim Kulig (M.)

Besondere Auszeichnung zum EURO-Debüt: Am Montag wurde Kim Kulig nach dem 4:0 gegen Norwegen im EM-Auftaktspiel der Frauen-Nationalmannschaft von der UEFA zum "Player of the match" gewählt, also zur besten Spielerin der Partie. Eine Premiere zur Premiere, denn gleich bei ihrem ersten Auftritt für die Frauen-Nationalmannschaft bei einer EURO, wurde der 19-Jährigen, die am Montag erst ihr zehntes Länderspiel absolvierte, diese Ehre zuteil.

"Ich war total überrascht", so die Mittelfeldspielerin, bei der die Freude über die Auszeichnung groß ist. "Das ist für mich etwas ganz Besonderes und eine große Ehre. Meine erste EM, ein Sieg und dann noch der Pokal für die beste Spielerin. Einfach Wahnsinn." Dennoch bleibt die Jüngste im Kader der Frauen-Nationalmannschaft bescheiden: "Diese Auszeichnung hätte wirklich jede von uns im Team verdient gehabt. Wir haben insgesamt eine gute Mannschaftsleistung gezeigt."

Zweikampfstärke Schlüssel zum Sieg

Die Bundesliga-Spielerin vom Hamburger SV rackerte im Mittelfeld und gewann dabei zahlreiche Kopfballduelle. Wie viele? "Sehr viele", sagt sie und fügt schmunzelnd hinzu. "Aber das hält mein Kopf aus." Das engagierte Auftreten des gesamten Teams und die gewonnenen Zweikämpfe sieht Kim Kulig als Schlüssel zum Sieg gegen Norwegen: "Man hat ja zu Beginn der zweiten Halbzeit gesehen, was passiert, wenn wir nachlassen und den Gegner ein bisschen ins Spiel kommen lassen."

Kleiner Wermutstropfen: Schon in der fünften Minute sah sie die Gelbe Karte. Nach der zweiten Verwarnung greift bei der EM eine Sperre von einem Spiel. Eine Belastung ist diese Situation für Kim Kulig jedoch nicht: "Es ist zwar ärgerlich, dass mir das passiert ist. Daran darf man aber nicht denken. Damit komme ich schon klar."