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Sonntag, 2. Januar 2011

Länderspielkarriere von Birgit Prinz

15.02.2010 10:18 Frauen-Nationalmannschaft

Meilensteine einer einzigartigen Karriere

Birgit Prinz: Erste Länderspiele 1994  © Bongarts/GettyImages
Birgit Prinz: Erste Länderspiele 1994

Birgit Prinz hat Maßstäbe gesetzt. Mit der deutschen Frauen-Nationalmannschaft hat sie so viele Erfolge errungen, dass es schwer ist, den Überblick zu wahren. Sie ist zweimal Weltmeisterin, fünfmal Europameisterin geworden und holte dreimal Bronze bei den Olympischen Spielen. Aber nicht nur die großen Titel sind erwähnenswert. Gegen Nordkorea absolviert die Spielführerin der DFB-Auswahl ihr 200. Länderspiel. Grund genug, um einen Blick auf ihren Karriereverlauf in der Nationalmannschaft zu werfen.

1. Länderspiel: Am 27. Juni 1994 wird die damals 16 Jahre alte Angreiferin vom FSV Frankfurt in der 72. Minute des Länderspiels zwischen Kanada und Deutschland von Trainer Gero Bisanz eingewechselt. Es passt in den Verlauf der einmaligen Karriere, dass die junge Frankfurterin bei ihrem Länderspiel-Debüt die damalige Rekordtorschützin der DFB-Auswahl, Heidi Mohr, ersetzen muss. Der erste Länderspieltreffer von Birgit lässt in Montreal nicht lange auf sich warten. 17 Minuten nach der Einwechslung erzielt sie den 2:1-Siegtreffer. Ein Einstand nach Maß, der sie gleich zur festen Größe im Kader werden lässt. Von den nächsten acht Länderspielen des Jahres 1994 verpasst Birgit nur noch eine Partie.

6. Länderspiel: Der erste Doppelpack. In der EM-Qualifikation am 21. September 1994 in Sindelfingen gegen Kroatien wurde Birgit in der 62. Minute eingewechselt. Und wieder kann die Stürmerin die Chance nutzen. Zum 8:0-Sieg steuert sie zwei Tore bei.

10. Länderspiel: Dass Birgit Prinz eine Spielerin ist, die Spiele entscheiden kann, hat die Frankfurterin bereits bei ihrer DFB-Premiere bewiesen. Auch in ihrem zehnten Länderspiel erzielt sie den entscheidenden Treffer. Am 23. Februar 1995 traf die deutsche Nationalmannschaft in Bochum im EM-Halbfinale auf England. Es stand 1:1, als sich Gero Bisanz entschied, Birgit Prinz in der zweiten Halbzeit für Patrizia Brocker einzuwechseln. In der 79. Minute erzielte sie das 2:1 – und Deutschland stand zum zweiten Mal im EM-Endspiel. Klar, dass die Frankfurterin zum 3:2 gegen Schweden im Finale am 26. März in Kaiserslautern auch einen Treffer beisteuerte.

20. Länderspiel: Eine bittere Niederlage musste Birgit Prinz mit der Nationalmannschaft in ihrem 20. Länderspiel hinnehmen. Gegen Norwegen unterlag die DFB-Auswahl im Endspiel der Weltmeisterschaft 0:2 in Stockholm. Auch die Ausnahmestürmerin hatte keinen guten Tag erwischt, wurde in der 43. Minute ausgewechselt.

42. Länderspiel: Der nächste Titel: Wieder haben sich die deutschen Frauen ins Endspiel der Europameisterschaft gespielt. Gegen Italien gewinnt Deutschland am 12. Juli in Oslo mit 2:0. Birgit Prinz erzielt den Treffer zum 2:0.

50. Länderspiel: In der WM-Qualifikation treffen Weltmeister Norwegen und Europameister Deutschland aufeinander. Der Weltmeister behält an diesem 17. Juni 1998 die Oberhand, siegt 3:2 – trotz eines Treffers von Birgit Prinz. Die DFB-Auswahl muss in die Relegation gegen die Ukraine und qualifiziert sich locker durch ein 5:0 und ein 1:1 für die WM 1999 in den USA. Insgesamt drei der sechs deutschen Tore steuert Birgit Prinz bei.

67. Länderspiel: Vier auf einen Schlag: Vor der Partie am 11. Mai 2000 in der Ukraine standen für Birgit Prinz 24 Länderspieltreffer zu Buche. Das Spiel in Kiew wurde am Ende eine echte Birgit-Prinz-Show. Gleich vier Mal traf die Stürmerin beim 6:1-Sieg in der EM-Qualifikation. Das Kunststück „Vier Tore in einem Spiel“ gelang Birgit Prinz noch zwei Mal: Am 15. November 2003 gegen Portugal (13:0) und am 11. August 2004 gegen China (8:0).

75. Länderspiel: Ein Hochgefühl Down Under - dank eines 1:0 durch Ariane Hingst, der langjährigen Zimmerkollegin von Birgit Prinz bei der Nationalmannschaft, siegte das deutsche Team im letzten Gruppenspiel der Olympischen Spiele gegen Schweden am 19. September 2000 in Melbourne mit 1:0. Fünf Tage später weicht die Freude der Trauer. Im Olympischen Halbfinale unterliegen die deutschen Frauen Norwegen unglücklich mit 0:1. Am Ende gewinnt die Mannschaft das Kleine Finale 2:0 gegen Brasilien (ein Treffer Prinz) und erhält die Bronzemedaille.

83. Länderspiel: Eigentlich ist das 5:0 am 27. Juni 2001 das unspektakulärste Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der EURO im eigenen Land. Doch irgendwie ist die Partie bezeichnend für den dritten EM-Erfolg von Birgit Prinz. Im eigenen Land ist die Ausnahmestürmerin in jedem Spiel im Einsatz. Die Glanzpunkte setzen diesmal aber die anderen. Claudia Müller erzielt den 1:0-Siegtreffer im Finale gegen Schweden (7. Juli 2001 in Ulm), Doris Fitschen feiert ihren Abschied, Sandra Smisek erzielt ebenso wie Claudia Müller drei Tore und beide werden Torschützenkönigin des Turniers. Für Birgit Prinz steht am Ende ein Treffer zu Buche – eben beim 5:0 gegen Russland.

100. Länderspiel: Ein besonderes Jubiläum: Am 27. März 2003 absolvierte Birgit Prinz ihr 100. Länderspiel. Beim 5:0 gegen Schottland in Potsdam feiert die Frankfurterin mit knapp 5000 Zuschauern und – standesgemäß – mit zwei Treffern. Der Sieg ist ein wichtiger Schritt in der Qualifikation für die EM 2005. Doch im Frühjahr des Jahres 2003 hat die Stürmerin des 1. FFC Frankfurt ein anderes Ziel vor Augen: die WM 2003 in den USA. In ihrem 100. Länderspiel verwandelt Birgit Prinz einen Elfmeter zum 1:0. Es ist ihr 46. Länderspiel-Tor. Dennoch ist es ein besonderer Treffer, da es bisher ihr einziger verwandelter Strafstoß in der Nationalmannschaftskarriere ist.

110. Länderspiel: Die Krönung einer Ausnahmekarriere! Zwar erzielte Birgit Prinz in ihrem 110. Länderspiel am 12. Oktober 2003 in Carson in den USA keinen Treffer, doch nach dem WM-Finale gegen Schweden (2:1 n.V.) war die Ausnahmespielerin dennoch gefragt wie nie. Mit sieben Treffer wurde die Frankfurterin Torschützenkönigin der WM und zudem mit dem Goldenen Ball als beste Spielerin des Turniers geehrt.

133. Länderspiel: Am 21. April 2005 traf Birgit Prinz beim 3:1 gegen Kanada in Osnabrück zum zwischenzeitlichen 2:1. Eigentlich kein spektakulärer Treffer. Es war kein Pflichtspiel, die deutsche Mannschaft hoch überlegen. Dennoch: Mit diesem Treffer schrieb die Frankfurterin wieder einmal Geschichte. Es war der 83. Länderspieltreffer von Birgit Prinz. Damit zog sie in der Liste der DFB-Rekordtorschützinnen mit der bisherigen Spitzenreiterin Heidi Mohr gleich. Mit ihrem Treffer zum 1:0 gegen Italien im EM-Gruppenspiel (9. Juni 2005, Endergebnis 4:0) übernahm Birgit Prinz die alleinige Spitze der Rekordliste.

138. Länderspiel: Wieder einmal standen die deutschen Frauen im Endspiel der Europameisterschaft. Diesmal gewannen die Spielerinnen um Birgit Prinz am 19. Juni 2005 in Blackburn gegen Norwegen mit 3:1. Für die Frankfurterin der mittlerweile vierte EM-Titel.

150. Länderspiel: In der WM-Qualifikation für China 2007 gibt sich der Weltmeister keine Blöße – auch die Aufgabe in Irland am 26. August wird souverän erledigt. Die Führungspersönlichkeit in der deutschen Mannschaft ist Birgit Prinz. Natürlich trifft sie auch in Dublin, steuert einen Treffer zum 3:0 bei. Insgesamt erzielt sie in der WM-Qualifikation acht Tore.

154. Länderspiel: Im Länderspiel gegen England (5:1) am 25. Oktober 2006 hat Birgit Prinz dreifachen Grund zum Feiern. Sie wird an diesem Tag 29 Jahre alt, zieht mit Bettina Wiegmann als Rekordnationalspielerin des DFB gleich und erzielt den Treffer zum 3:1 – es ist ihr 100. Länderspieltor. Die Marke im dreistelligen Bereich konnte noch kein Spieler im DFB erreichen.

155. Länderspiel: Beim Länderspiel am 23. November 2006 in Karlsruhe gegen Japan hat Birgit Prinz ihr 155. Länderspiel bestritten. Damit hat sie die bisherige Bestmarke von Bettina Wiegmann überboten und ist damit alleinige Rekordnationalspielerin des DFB.

171. Länderspiel: Die DFB-Frauen holen zum zweiten Mal den WM-Titel. Spielführerin Birgit Prinz führt ihr Team beim 2:0-Sieg über Brasilien am 30. September 2007 in Schanghai zum Sieg. Den Erfolg leitet die Angreifer mit dem Führungstreffer in der 52. Minute selbst ein.

Gewinn der EURO: Prinz trifft im Endspiel  © Bongarts/GettyImages
Gewinn der EURO: Prinz trifft im Endspiel

175. Länderspiel: Am 5. März 2008 läuft es gar nicht im Spiel der deutschen Mannschaft. Die Partie gegen Dänemark im Rahmen des Algarve Cups geht mit 0:1 verloren. Bei Birgit Prinz mag deswegen keine richtige Jubiläums-Stimmung aufkommen.

187. Länderspiel: Der Traum von Gold bei den Olympischen Spielen platzt am 18. August 2008. Im Halbfinale in Schanghai verliert die DFB-Auswahl mit 1:4 gegen Brasilien. Am Ende gewinnen die deutschen Frauen wieder die Bronze-Medaille dank eines 2:0-Erfolgs über Japan im Spiel um Platz drei.

198. Länderspiel: Zum fünften Mal gewinnt Birgit Prinz mit der deutschen Nationalmannschaft die EURO. In einem hochklassigen und unterhaltsamen Endspiel gegen England gewinnt die DFB-Auswahl mit 6:2. Birgit Prinz erzielt die Treffer zum 1:0 und 6:2. Das zweite Tor ist ihr 125. Treffer im Nationaltrikot.

Dienstag, 1. September 2009

Interview mit Birgit Prinz

01.09.2009 07:45 Frauen-EM 2009

Birgit Prinz: "Ich finde das sehr anstrengend"

Stürmer werden an ihren Toren gemessen. Ein Allgemeinplatz, der sich etabliert hat. Allein darauf reduziert zu werden, widerstrebt Birgit Prinz.

Die Spielführerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft hat zwar mit 123 Länderspiel-Treffern ihre Torgefährlichkeit hinlänglich zur Schau gestellt, dennoch muss sie sich nach gerade mal drei Spielen ohne persönliches Erfolgserlebnis bei der EURO 2009 in Finnland zu diesem Thema äußern.

Es entstand ein außergewöhnliches Gespräch, in dem die dreifache Weltfußballerin des Jahres interessante Einblicke in ihr Seelenleben gewährt und eine offene Einschätzung ihrer aktuellen Situation liefert. DFB-Redakteur Niels Barnhofer schrieb mit.

Rekordtorjägerin: Birgit Prinz  © Bongarts/GettyImages
Rekordtorjägerin: Birgit Prinz

Frage: Birgit Prinz, Sie haben nach dem Frankreich-Spiel gesagt, dass Gefühl zu haben, noch nicht richtig im Turnier zu sein. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Birgit Prinz: Gegen Norwegen lief es für mich ganz gut. Da habe ich nur das Tor nicht getroffen, das ich hätte machen müssen. An sich war ich gut im Spiel drin. Gegen Frankreich hatte ich das Gefühl, dass mein Timing nicht richtig passt und ich deswegen nicht ins Spiel fand. Es lief einfach nicht von selbst. Eine Erklärung dafür zu finden, ist schwierig. Sicherlich fehlt mir ein bisschen Spielpraxis. Ich hatte lange ausgesetzt, nachdem ich mir im April gegen Brasilien einen Rippenbruch zugezogen hatte. Und manchmal ist es auch so, dass es nicht so laufen will, wie man es gerne hätte. Für mich gibt es keine wirkliche Erklärung dafür.

Frage: Glauben Sie, dass, wenn Sie treffen würden, der Knoten platzen würde?

Birgit Prinz: Ehrlich gesagt, geht mir das auf die Nerven. Nach zwei Spielen geht die Diskussion los, warum ich nicht treffe. Ich habe dann das Gefühl, ich muss mich rechtfertigen, warum ich nicht getroffen habe. Was ich, ehrlich gesagt, sehr anstrengend finde. Da habe ich selbst auf dem Spielfeld das Gefühl, ich fange noch mehr an, darüber nachzudenken. Was mich dann noch mehr hemmt. Sicherlich läuft es leichter, wenn man mal getroffen hat.

Frage: Gibt es Momente im Spiel, in denen Sie daran denken, dass man von Ihnen Tore erwartet?

Birgit Prinz: Immer kann ich nicht abschalten. Gerade wenn zwei, drei Aktionen hintereinander misslungen sind, dann ist mir dieser Gedanke präsenter.

Frage: Besteht dann die Gefahr, dass Sie in Situationen, in denen Sie besser abspielen sollten, selbst auf das Tor schießen?

Birgit Prinz: Das entspricht nicht meinem Naturell. Das ist völlig gegen meine Fußball-Philosophie. So zu wider meiner selbst handele ich nicht. Ich will mit der Mannschaft Erfolg haben, das ist mir ganz wichtig. Und nur weil es mich nervt, Journalisten-Fragen zu beantworten, sage ich nicht, ich mache jetzt mein Ego-Ding und versuche ein Tor zu erzielen.

Frage: Welche Resonanz erhalten Sie von Ihren Mitspielerinnen?

Birgit Prinz: Die sind eher süß. Die unterstützen mich genauso wie Silvia Neid. Die sehen das auch nicht so problematisch an. Wir schießen ja unsere Tore und es ist auch nicht so, dass ich an keinerlei Toraktion beteiligt bin. Wenn ich jetzt völlig grottig spielen würde, dann nicht treffen würde, dann wäre es kritisch. So habe ich das Gefühl – ich gebe jetzt mal die Schuld ans Kollektiv –, dass die Journalisten mich hinterfragen. Ich fühle mich derart angegriffen, dass ich nicht weiß, ob ich überhaupt noch das Recht habe zu sagen, mein Ziel ist die WM 2011, wenn ich hier nicht mehr treffe.

"Vom Kopf her kann ich das absolut"

Frage: Die Frage entsteht ja aus Ihrer grandiosen Vorgeschichte, in der Sie ja unheimlich viele und wichtige Tore geschossen haben. Können Sie diese Diskussion nicht dahingehend einordnen, dass dieses Zählen der torlosen Minuten zum Schicksal der Torjägerinnen gehört?

Birgit Prinz: Doch, vom Kopf her kann ich das absolut. Das kann ich kognitiv sehr gut einordnen. Ich weiß auch, dass das der Job der Journalisten ist. Und ich weiß auch, wie die Medien funktionieren. Ich weiß, es gibt weiß und es gibt schwarz. Aber es fühlt sich deswegen nicht anders an. Man kann es zwar relativieren, aber es fühlt sich nicht anders an. Und das macht halt den Unterschied.

Frage: Wobei es nicht ganz so schwarz ist, wie Sie es jetzt dargestellt haben…

Birgit Prinz: Genau, ich bin jetzt auch auf der Schwarz-und-weiß-Seite. Es gibt natürlich auch die Grau-Bereiche. Und ganz so krass empfinde ich es auch nicht. Aber im Prinzip sehe ich es so.

Frage: Die Journalisten sehen schon noch Ihre Leistungen…

Birgit Prinz: Klar, aber es ist dann auch mein Part. Wenn ich selbst sage, ich bin nicht ganz zufrieden mit dem, was ich mache, dann ist man auch empfänglicher für die Kritik.

Frage: Es gibt in den Spielen Situationen, in denen Sie vier, fünf Gegenspielerinnen auf sich ziehen und dadurch den eigenen Mitspielerinnen Freiräume schaffen. Merken Sie das selbst, dass Sie von den Gegnerinnen nach wie vor anders wahrgenommen werden?

Birgit Prinz: Im Spiel sehe ich das nicht unbedingt. Anschließend kriege ich das gesagt. Aber ich finde es dann schwierig, es persönlich einzuordnen. Ist das eine Ausrede, die ich für mich selbst suche? Oder ist das Realität? Und deswegen schwanke ich zwischen beiden Polen hin und her.

Frage: Aber die Video-Analysen der Trainerinnen sind doch großer Bestandteil der Arbeit in der Nationalmannschaft…

Birgit Prinz: Dadurch kriege ich es dann auch besser relativiert. Dennoch sind die kritische und skeptische Seite einfach ein Teil dessen, wie ich funktioniere. Das hat Vor- und Nachteile.

Frage: Müsste diese kritische Seite weg sein, um richtig erfolgreich zu sein?

Birgit Prinz: Jetzt muss ich in meine Vergangenheit gehen. Vor diesem Hintergrund würde ich sagen: Nein, nicht unbedingt. Aber in manchen Situationen würde es mir das Leben erleichtern.

"In manchen Momenten erlebt man die Dinge auch etwas intensiver"

Rückhalt: Die Mannschaft, hier Inka Grings (l.), steht hinter Birgit Prinz   © Bongarts/GettyImages
Rückhalt: Die Mannschaft, hier Inka Grings (l.), steht hinter Birgit Prinz

Frage: Das könnte Ihre letzte EM sein. Erlebt man da das Ganze noch intensiver?

Birgit Prinz: Ja, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass es meine letzte EM ist. Von daher erlebt man in manchen Momenten die Dinge auch etwas intensiver. Aber in anderen auch gar nicht. Da ist es die gewohnte Routine. Aber es kommt immer mal hoch und da denkt man: Oh, das letzte Mal…

Frage: Wann denn zum Beispiel?

Birgit Prinz: Das ist völlig unterschiedlich. Das kann sein, wenn man spazieren geht, es kann aber auch direkt vor dem Spiel sein.

Frage: Aber nicht im Spiel.

Birgit Prinz: (lacht) Nein, in einem Spiel habe ich wirklich noch nicht darüber nachgedacht. Das wäre echt bitter. Wenn das passieren würde, wäre ich gar nicht im Spiel drin. Dann wäre ich mit meinen Gedanken zu weit weg, das wäre echt nicht gut.

Frage: Was macht Ihr Studium?

Birgit Prinz: Ich bin zufrieden. Es geht voran. Ich schreibe gerade meine Diplom-Arbeit. Ich bin jetzt scheinfrei, aber im Anschluss kommen noch die Prüfungen. Ich habe ein halbes Jahr Zeit, um die Diplom-Arbeit abzugeben. Sie ist schon angemeldet.

Frage: Das heißt, Sie haben hier bei der EURO auch Ihre Studienunterlagen dabei?

Birgit Prinz: Ja, genau. Ich habe jeden Morgen ab 8.30 Uhr meine Arbeitszeit. Bis zum ersten Training auf jeden Fall. Das ist die feste Zeit. Und manchmal auch mittags. Also ich mache definitiv hier etwas für das Studium. Ich habe das jetzt so getimt, dass ich vor 2011 fertig sein kann.

Donnerstag, 4. Juni 2009

Start in die EM-Vorbereitung mit 16 Weltmeisterinnen

04.06.2009 12:59 Frauen-Nationalmannschaft

Start in die EM-Vorbereitung mit 16 Weltmeisterinnen

DFB-Trainerin Silvia Neid  © Bongarts/GettyImages
DFB-Trainerin Silvia Neid

Mit 26 Spielerinnen geht Silvia Neid in die Vorbereitung auf die EURO 2009 in Finnland. Den Kern des vorläufigen Kaders bilden dabei 16 Spielerinnen, die auch beim Gewinn der Weltmeisterschaft 2007 in China zum deutschen Aufgebot zählten.

Die DFB-Trainerin wird ihr Team vor der vom 23. August bis zum 10. September stattfindenden Endrunde ab dem 22. Juni zu sechs Lehrgängen zusammenziehen, in deren Verlauf sie den 22-er Kader für die Europameisterschaft benennen wird.

"Ich glaube, wir sind gut aufgestellt. Wir verfügen auf allen Positionen über Spielerinnen, die die Qualitäten für ein solches Turnier mitbringen. Der Kader bietet zudem viele Variationsmöglichkeiten. Außerdem stimmt die Mischung aus erfahrenen und jungen Spielerinnen", sagt Silvia Neid, "ich denke, es wird keine einfache Entscheidung, den endgültigen Kader zu nominieren."

Stegemann, Hingst und Prinz kehren zurück

Die DFB-Trainerin kann in der Vorbereitung auf einige Rekonvaleszente zurückgreifen. Kerstin Stegemann und Ariane Hingst haben ihre Knieverletzungen, Birgit Prinz ihren Rippenbruch und Célia Okoyino da Mbabi das Pfeiffersche Drüsenfieber überwunden. Indes muss sich jede Spielerin ihr Ticket nach Finnland hart erarbeiten. "Wer mitkommen will, muss seine Leistungsstärke unter Beweis stellen", erklärt Silvia Neid, "außerdem erwarte ich von meinen Spielerinnen, dass sie auf dem Feld Leidenschaft zeigen, dass sie Hunger auf Erfolg haben."

Einige Spielerinnen könnten bei der EURO 2009 ihr erstes großes Turnier spielen. Für Kim Kulig, Bianca Schmidt, Lena Goeßling oder Jennifer Zietz wäre es die Premiere mit der Frauen-Nationalmannschaft. Und Alisa Vetterlein und Lisa Weiß, die um die Position als dritte Torfrau hinter Nadine Angerer und Ursula Holl kämpfen, verfügen sogar über gar keine Länderspiel-Erfahrung.

Spielführerin Birgit Prinz (r.)  © Bongarts/GettyImages
Spielführerin Birgit Prinz (r.)

Vorbereitung startet am 22. Juni in Köln

Erstmals wird Silvia Neid ihren Kader ab dem 22. Juni in Köln zusammenziehen. Dort wird die Grundlage für die EURO gelegt und an der Athletik gearbeitet. "Wir haben die Lehrgänge so konzipiert, dass jeder einen anderen Schwerpunkt hat", sagt die DFB-Trainerin.

So stehen unter anderem noch die Themen Spielformen/Technik, variables Angriffsspiel, Abwehrverhalten, Standardsituationen, Gegner-Analyse und Wettkampfrhythmus mit den Länderspielen gegen die Niederlande am 25. Juli in Sinsheim, gegen Japan am 29. Juli in Mannheim und gegen Russland am 6. August in Bochum auf dem Programm.

"Die Spielerinnen haben gut gearbeitet"

Silvia Neid verspricht ihren Spielerinnen gerade in den ersten Lehrgängen umfangreiche Einheiten. Allerdings scheinen diese gut darauf vorbereitet zu sein. "Die Ergebnisse beim Leistungstest am 20. Mai waren ziemlich gut. Alle haben ihre Werte verbessert. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Spielerinnen gut gearbeitet haben, so dass wir eine gute Basis haben werden, von der wir aus starten", erklärt die DFB-Trainerin.

Am 19. August reist der DFB-Tross dann nach Finnland. Quartier wird das Team in Tampere aufschlagen. Dort bestreitet der amtierende Europameister seine drei Vorrundenspiele gegen Norwegen am 24. August, gegen Frankreich am 27. August und gegen Island am 30. August.

Mittwoch, 25. März 2009

Die WM kommt nach Deutschland!!!

30.10.2007 15:12 Frauen-WM 2011

Die Frauen-WM 2011 kommt nach Deutschland!

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger (l.) und FIFA-Präsident Joseph Blatter  © Bongarts/Getty Images
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger (l.) und FIFA-Präsident Joseph Blatter

"Wiedersehen bei Freunden" - die Frauen-WM 2011 in Deutschland ist perfekt! Wie Joseph S. Blatter, Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, am Dienstag um 15.12 Uhr in Zürich bekannt gab, setzte sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit seiner von der deutschen Bundesregierung unterstützten Bewerbung gegen den letzten verbliebenen Konkurrenten Kanada durch.

"Wir sind stolz und dankbar, nach der Männer-WM 2006 nun auch die Frauen-WM 2011 ausrichten zu dürfen - dies ist eine große Ehre für uns", sagte DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger kurz nach Bekanntgabe der Entscheidung. "Das Land, die Menschen, die Regierung, der DFB, einfach alle freuen sich auf diese Aufgabe. Der Ball ist endlich auch für die Mädchen da. Wir versprechen, nicht nur die WM 2006 nachzuahmen, sondern eine WM zu organisieren, die von Fairness, Anerkennung und Respekt lebt."

Frauen- und Familienministerin Ursula von der Leyen, die als Vertreterin der Bundesregierung vor Ort war, freute sich über den Zuschlag für Deutschland: "Das ist eine großartige Chance für ein begeistertes Frauenfußball-Land wie Deutschland. 2011 werden wieder Freunde zu Gast sein."

Begeistert zeigten sich auch zwei Weltmeisterinnen, die in Zürich auf der Bühne für die "Heim-Weltmeisterschaft" geworben hatten: "Ich freue mich auf die WM 2011 in Deutschland", so Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz. "Das wird für alle Teilnehmer ein tolles Event." Und ihre Kollegin Fatmire Bajramaj ergänzte: "Wir werden die Leute nicht enttäuschen. Wie immer seid ihr zu Gast bei Freunden."

Die Frauen-WM 2011 kommt nach Deutschland
Logo der Bewerbung zur WM 2011  © DFB
Logo der Bewerbung zur WM 2011

Starke Präsentation im "Home of FIFA"

Wenige Stunden zuvor hatte der DFB dem FIFA-Präsidenten und den Mitgliedern des Exekutivkomites seine Bewerbung noch einmal in einer 15-minütigen Präsentation empfohlen, die von ARD-Journalistin Monica Lierhaus moderiert worden war. Dabei hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Unterstützung der Bewerbung durch die deutsche Bundesregierung unterstrichen, die in Zürich von Ursula von der Leyen vertreten wurde.

Auch DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, der neue DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach sowie die Weltmeisterinnen Birgit Prinz und Fatmire Bajramaj hatten auf dem Podium für die Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland geworben. Zudem hatten im "Home of FIFA" der DFB-Ehrenpräsident Gerhard Mayer-Vorfelder, der neue DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt und der frühere Nationalspieler Günter Netzer die Daumen gedrückt.